Einmal zu mir selbst und wieder zurück!

 

Eine Kreuzung, viele Autos, noch mehr Menschen! 

…wo bin ich?

 

Was mach ich hier?

Da ist eine riesige Kreuzung, Dutzende Autos fahren kreuz und quer, dazwischen Fahrräder, überall wuseln Menschen, es herrscht Hektik und Lärm! Und ich steh mittendrin! Die Kakophonie des Verkehrslärms dröhnt in meinen Ohren, die Hektik will mich verschlingen und mir den Verstand rauben. Ich hasse solche Situationen, in denen ich den Widrigkeiten des Alltags ausgesetzt bin und mich klein und hilflos fühle. Um mich herum hastet alles in verschiedene Richtungen – wo ist die Ruhe geblieben? Alles wirkt chaotisch, jeder macht was er will, hupende Autos stürzen auf mich ein und Kamikaze-Fahrradfahrer kreuzen meinen Weg, als ob sie mich in Grund und Boden rammen wollten.

Wo will ich eigentlich hin? Woher komme ich? Was tue ich gerade und warum? Ist das real oder ein böser Traum?

Ich halte es kaum aus und denke nur eines: “Weg von der Straße, raus aus diesem Chaos!” Ich schaue mich um, suche einen Ausweg im Gewirr der Menschen und Maschinen. Alles scheint sich im Kreis zu drehen, ich finde keine gangbare Richtung.

Auf einmal sehe ich einen kleinen Seitenweg mit einer Treppe am Ende, die nach unten führt. Komisch, kein Mensch scheint diesen Weg zu sehen, alle hasten daran vorbei. Wo mag er hinführen? Die Treppe ist steil und versperrt die Sicht nach unten. Muss ich Angst haben? Nein – alles ist besser, als hier im Lärm zu verweilen!

Diese Treppe scheint mir auf einmal der einzige Ausweg zu sein und sie zieht mich magisch an. Also gehe ich die schmalen Steinstufen nach unten und schon wenige Meter weiter ist der Lärm auf der Kreuzung nur noch ein leises Rauschen. Ein zwispältiges Gefühl beschleicht mich, einerseits fühle ich mich hier goldrichtig, andererseits weiß ich nicht, wo die Stufen hinführen und zögere weiter zu gehen.

Am Ende der Treppe komme ich an eine Mauer mit einer alten Türe, die mich fasziniert und neugierig macht. Was erwartet mich dahinter? Oder soll ich doch lieber umkehren? In mir regt sich eine zaghafte Stimme, die sagt: “Öffne sie und geh hindurch.” Wieder beschleicht mich diese ungewisse Angst, doch dann vertraue ich meinem Weg und folge der Stimme!

Mit laut laut schlagendem Herzen öffne ich die unverschlossene Türe, gehe über die Schwelle während sich die Tür wie von Zauberhand hinter mir schließt.

 

Magische Reise zu mir selbst.

 

Das Glück am Fluss des Lebens.

Ich stehe in einer wundersamen Landschaft. Die Sonne scheint, Wolken ziehen am Himmel vorbei, es geht ein leiser Wind. Grüne Wiesen und Bäume umgeben mich. Alles wirkt friedlich und still. Einerseits möchte ich alles kennen lernen – wenn ich schon hier bin – andererseits habe ich auch etwas Angst vor dem Unbekannten.

Vor mir führt ein gut erkennbarer Weg in den Wald hinein, in der Ferne leuchten Berge. Meine Neugierde siegt, ich gehe los… der Weg schlängelt sich durch die Bäume, der sandige Untergrund knirscht unter meinen Schuhen und ich rieche den Geruch des Waldes. In der Ferne höre ich das Rauschen eines Flusses. Kurze Zeit später erreiche ich das Ufer. Der Fluss ist nicht sehr breit, das klare Wasser fließt ruhig. Der sandige Untergrund wandelt sich in ein kiesbedecktes Ufer

Ich wende mich flussabwärts und gehe dort entlang. Der Weg über die Steine ist manchmal etwas schwierig, doch ist er immer gut gangbar. Alles um mich herum fließt, und ich lasse mich tragen vom Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein. Die schöne Flusslandschaft mit Wald an diesem und Wiesen am anderen Ufer fasziniert mich. Ich habe das Gefühl, an diesem Fluss etwas erledigen zu müssen. Es ist schön, hier entlang zu gehen.

 

Was mache ich hier? Hat der Fluss etwas mit mir zu tun?

Ja, er hat sogar sehr viel mit mir zu tun: es ist mein Fluss und mein Weg!

Es geht mir gut. Ich blicke auf das ruhig fließende Wasser, kann bis auf den Grund schauen. Es erinnert mich an den biblischen Fluss Jordan, wo Jesus die ersten Christen taufte. Der buddhistische Lebensfluss kommt mir in den Sinn. Oder auch der Fluss Styx, der in der griechischen Mythologie in die Unterwelt führt.

Wo mag dieser Fluss wohl herkommen? Irgendwo da hinten aus den Bergen. An der Quelle ist er winzig klein. Er wird dann immer breiter, Nebenflüsse vermehren und verändern das Wasser. Es ist der Fluss meines Lebens und die Zuflüsse bringen neue Impulse in mein Leben. Sie bereichern mich.

Im Weitergehen sehe ich eine Hütte, davor sitzt ein alter Mann und angelt. Er wirkt ruhig und zufrieden.

 

Der alte Mann und die kleine Hütte.

Während ich mich der Hütte und diesem Mann nähere, fällt mir eine Geschichte ein: Ein junger Mann auf der Suche nach seinem Meister kommt an einen Fluss und findet eine Hütte, vor der ein alter Mann sitzt. Respektvoll fragt er den Alten, ob er ihm Unterricht über das Leben gehen könne. Der Grauhaarige nickt zustimmend, bittet ihn aber vorher um einen Gefallen.

“Geh zum Fluss und spüle meine Reisschalen, dann werde ich dich unterrichten.” Der junge Mann tut, was ihm aufgetragen, spült alles Geschirr, bringt es dem Alten doch der lächelt nur – und schweigt.

Das wiederholt sich viele Tage lang und immer wieder bittet er den Alten, den für seinen Meister hält um Unterricht. Er bekommt jedes Mal dieselbe Antwort:

“Ja, ich werde dich unterrichten aber jetzt geh erst mal zum Fluss und wasche meine Reisschalen”.

Monate vergehen, der Schüler erfüllt getreu seinen Auftrag, verbringt den ganzen Tag am Fluss und die Fragen werden seltener. Nach einigen Jahren des Reisschalenwaschens und der Flussbeobachtung fragt er gar nicht mehr sondern verbringt die Tage am Fluss und säubert schweigend die Schalen.

 

Reisschalen als Schule des Lebens.

Eines Tages kommt der Alte zu ihm ans Ufer und fragt:

“Warum bittest Du nicht mehr um Unterricht?”

Der junge Mann antwortet:

“Die Zeit am Fluss und das Waschen deiner Reisschalen hat mich alles gelehrt… ich lernte, dem Fluss zuzuschauen und zu leben! Alles ist im Fluss, der mich trägt, so wie das Leben mich trägt, in dem ich meine Aufgaben zu erfüllen habe. Ich lernte, dem Fluss des Lebens zu vertrauen, dass er mich an den rechten Ort bringen möge, wo ich meine Aufgaben getreulich erfüllen möchte.”

 

Der alte Meister schaut ihn an und sagt:

“Dein Unterricht ist hiermit beendet – nun geh und lehre andere.”

 

Der Kreis schließt sich.

 

Erde – Wasser – Feuer – Luft… alles ist in allem

Ob der alte Mann mit seiner Angel vor der Hütte weiß, was ich gerade gedacht habe? Ich grüße ihn freundlich, gehe weiter und danke dem Leben, das mir diese kleine Geschichte erzählt hat.

Ich bin froh, den Weg am Fluss eingeschlagen zu haben, der mir das Gefühl gibt, hier zu Hause zu sein. Das ist der Fluss meines Lebens. Er fließt in mir und zeigt mir den Weg. Er ist wie ein innerer Arzt, der mich leitet und dem ich vertraue. Er weiß besser als mein Verstand, worum es wirklich geht.

Und ich spüre die wichtigste Erkenntnis dieses Weges zu mir selbst:

“Bleib nicht stehen, so wie der Fluss nicht stehen bleibt, sondern gehe mit dem Leben weiter. Nimm an, was kommt. Sei gewiss, dass das, was Dir begegnet, genau das Richtige ist!”

Ich bin glücklich und weiß jetzt, wo ich diesen Fluss immer wieder finden kann: innen in mir und nicht da draußen in dieser lauten Welt. Mein Leben fließt, ich finde meinen Weg in eigener Verantwortung.

Ich stehe auf der Erde am Wasser meines Flusses, das Feuer des Lebens wärmt mich und die reine Luft lässt mich atmen.

 

Am Ziel erkenne ich, dass ich erst auf dem Weg bin.

Mit diesem guten Gefühl gehe ich weiter und stehe auf einmal wieder an dieser Türe, durch dich anfangs gekommen bin. Der Kreis hat sich geschlossen, ich bin am Ziel und gleichzeitig wieder am Ausgangspunkt meines Weges. So öffne ich die Türe, gehe die Treppe nach oben und bin wieder auf dieser Kreuzung. Alles scheint wie vorher: derselbe Lärm, dieselbe Hektik und dasselbe Chaos. Doch scheint es nur so: die Außenwelt ist gleich, doch meine Innenwelt ist vollkommen anders!

Diese Welt darf so sein, wie sie ist. Doch ich darf das ebenfalls und bin frei in meinem Sein. Die Hektik perlt an mir ab. Ich stehe ruhig inmitten des Chaos, das sich um mich herum dreht, ohne mich zu verschlingen.

Innerlich bin ich ruhig und fühle den inneren Reichtum meines Lebensflusses, der mich trägt und beschützt.

Jetzt weiß ich, dass es mir am Ende gut geht – egal, was passieren wird.

Und doch klingt jetzt am Ende meines Weges eine Frage in mir nach… kann ich meiner Reise und diesen Erkenntnissen vertrauen oder war es vielleicht nur ein schöner Traum jenseits aller Wirklichkeit?

JA – ich kann meiner Reise vertrauen und ich gehe meinen Weg weiter!

 

 

Aber was haben SIE als Leser*in von diesem Artikel?

Sie finden hier 6 wichtige Meilensteine für Ihrem Lebensweg:

 

 

 

  • Lassen Sie sich auf Ihr Leben ein – nehmen Sie die Herausforderungen an.
  • Das Leben lieben, ist der Weg.
  • Vertrauen Sie sich dem Fluss des Lebens an, er kennt Ihren Weg.
  • Finden Sie Ihren “inneren Arzt”.
  • Gehen Sie Ihren Weg und nicht die Wege der anderen!
  • Bleiben Sie nicht stehen !!
     

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