Was bringen Ihnen diese Geschichten aus meiner Zeit als Palliativarzt? In den Jahren, die ich Menschen und ihre Angehörigen am Lebensende begleitet habe, erlebte ich viele einzigartige Situationen.

Was hat das mit unseren “4 Wegen zum Lebensglück” und dem 4L-Coachingkonzept zu tun?

Die meisten Menschen glauben, das Thema “Sterben” werde frühestens jenseits des 8. Lebensjahrzehntes wichtig. Vorher sei es am besten, Worte wie “Tod” und “Sterben” nicht mal zu denken, geschweige denn sie in den Mund zu nehmen.

Und ich schreibe jetzt hier sogar von “Sterben lernen”?! Und kombiniere das auch noch mit “Leben lieben”?!

JA, das hat alles sehr viel miteinander zu tun!

Noch schnell kurz vor dem Tod Sterben lernen oder gar glauben, das funktioniere alles von alleine, ist ein gefährlicher Weg. Meiner Meinung sogar ein Irrweg.

Über 2000 Menschen und ihre Familien, die ich am Lebensende begleiten durfte, haben mich gelehrt, dass es höchst sinnvoll ist, Lebensfreude im Leben zu lernen und auch des Sterben während des Leben zu lernen. Beides hängt ohnehin zusammen – das wird Thema eines weiteren Blogartikels sein.

Schilderungen aus der Zeit des Lebensendes können Ihren eigenen jetzigen Lebenshorizont erweitern. Sie können JETZT eigene Probleme überdenken und JETZT in der Gegenwart Lösungen finden.

Glauben Sie mir, wichtige Probleme in die Zukunft zu verschieben, verstärkt sie nur und macht Lösungen schwieriger. Am Lebensende, egal wann es soweit ist, sind Lösungen manchmal sogar unmöglich. Auch darüber werde ich hier berichten, in der Hoffnung sie als Leser*in zu motivieren, wichtige Dinge sofort zu erledigen.

Das alles sind Aspekte der Lebenskunst. Die Kunst, das Leben JETZT zu leben und sich ihm in allen seinen Facetten anzuvertrauen, ist die praktische Umsetzung unserer 4 Leitsätze: 

Lebe HEUTE – lebe GUT – lebe GLÜCKLICH – lebe FREI

Alle Geschichten haben sich genauso abgespielt. Ich habe jedoch aus Datenschutzgründen Details verändert und die Beteiligten anonymisiert.

Das Lebensende ist eine besondere Zeit. Die Zeitqualität ist etwas vorher nie Dagewesenes, eine Mischung aus Zeitdruck und Zeitlosigkeit.

Zeitdruck wird dadurch aufgebaut, dass niemand weiß, wie viel Lebenszeit noch bleibt. Den Druck, sogenanntes „unfinished Business“, die unerledigten Dinge, zu erledigen, bevor es zu spät ist, spüren viele in dieser Lebensphase sehr stark. Dieser Druck setzt sich auf die Angehörigen fort, denn auf familiärer Ebene gibt es leider oft lange bestehende Konfliktbereiche. Hinzu kommt, dass die speziellen Probleme der Familienmitglieder in unserem hektischen Medizinsystem oftmals nicht berücksichtigt werden können.
Gleichzeitig entsteht in der letzten Lebensphase eine fast magische Zeitlosigkeit. Sowohl Vergangenheit als auch Zukunft werden immer unwichtiger. Nur die Gegenwart zählt.

Jeder Palliativarzt weiß, dass wir in den meisten Fällen dem Leben unserer Patient*innen nicht mehr Tage geben können. Wir können jedoch miteinander daran arbeiten, den verbleibenden Tagen mehr Leben zu geben. Das schafft Lebensqualität, die für Betroffene und Familien unendlich wertvoll ist.

In dieser Lebensphase in der sich Zeitdruck und Zeitlosigkeit miteinander vermischen, sind Dinge möglich, die in anderen Altersstufen unmöglich waren. Jahrzehntelange Probleme können sich wie von selbst auflösen. Das Schicksal spielt für Betroffene und Angehörige manchmal neue Karten aus, die das Spiel des Lebens in eine andere Richtung lenken.

Deshalb schreibe ich auf diesem Blog in lockerer Folge derartige Erlebnisse hier auf, damit sie als Leser*in die Chance haben, Ihre eigenen Lösungswege zu überdenken.

Manchmal sind es große Ereignisse, wie zum Beispiel die Geschichte von dem verlorenen Sohn. Er hatte vor vielen Jahren den Kontakt zum Vater abgebrochen und konnte sich an dessen Lebensende wieder mit ihm versöhnen.

Manchmal sind es scheinbar kleine Dinge, wie zum Beispiel jener Angehörige, der zu mir kam und Vorsorge-Formulare für das eigene Lebensende haben wollte. Er sagte mir dabei einen wichtigen Satz: „Jetzt wo ich sehe, wie sie hier mit meinen Eltern umgehen, lässt mich das Thema Lebensende nicht mehr los und ich möchte Vorsorge treffen, damit ich zukünftig besser vorbereitet bin.“

In der Hoffnung, dass diese erlebten Geschichten ihren Blickwinkel auf ihr eigenes Leben verändern und ihnen helfen bewusster und glücklicher zu leben. Dann hat sich das Aufschreiben dieser Ereignisse gelohnt.

Unterschrift-HDR.com-Geben Sie den Tagen mehr Leben

 

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